Von Duisburg nach Rosenheim
705 km
Roadtime 09:48
58l getankt
Reparaturen: noch keine, dafür Sorgenfalten
Eigentlich bereite ich so einen Roadtrip ja detailiert vor. Route, Auto, Equipment. Dieses Mal ist es irgendwie ein Sprung ins kalte Wasser: kurzfristig alle Pläne über Bord geworfen, einen Monat vorher die Verlegung des Likedeeler-Headquarter 70 Kilometer Richtung Norden plus umfassender Renovierung und Sanierung, ziemlich viel Struggle im Job. Also fing die Vorbereitung am Tag vorher an. Keine konkrete Route zu haben ist dabei der geringste Weltuntergang, das kenne ich ja von den Rallyes. Equipment und Auto nicht vorbereitet zu haben kann nur ungut sein, trotz ausgiebiger Checklisten werde ich ganz bestimmt etwas vergessen haben.
Der Plan für Tag 1: bis hinter München kommen, dort Micha einsammeln und dann schauen ob noch Kraft für weitere Kilometer ist oder wir am nächsten Tag frisch gestärkt weiter machen.
Wie das mit Transittagen so ist: sie sind notwendig aber nervig. Autobahn macht mit dem 145 nur bedingt Spaß, 700km am Stück bei ziemlich viel Sonne noch weniger. Wenn dann wenigstens nicht die anderen Verkehrsteilnehmenden wären. Die hohe Kunst durch Baustellen zu fahren, die rechte Spur zu nutzen (und das will schon was heißen, wenn das zum Problem eines 96,56km/h fahrenden Oldtimers wird) oder Auf- und Abfahrten sowie Reißverschlusssysteme zu bedienen, beherrschen leider nur einige. Das Ende vom Lied: Stau. Und mit dem war ich an Tag 1 ausgiebig gesegnet. Abhilfe schaffen ein Wassersprüher, ein USB-Ventilator und gute Musik.
Als diese in irgendeinem Stau 300km vorm Ziel mal aus war, warfen die Betonleitplanken ein unschönes Geräusch ins Auto: rhythmisches Quietschen. Mehrere Stoßgebete, dass es vom 1 Jahr alten C63 AMG vor mir käme, halfen nicht: der 145 quietschte. Interne Teamdiskussion mit mir selber, ob man das einfach ignorieren könne mit dem Ergebnis, dass das wohl nicht bis Griechenland klappt. Nächster Rastplatz war also meiner, das Auto hochgenommen und die Befürchtung bestätigt: das Radlager vorne rechts will nicht mehr so ganz. Sicherheitshalber vorne links ebenfalls kontrolliert: das ist auch auf dem Weg, nicht mehr zu wollen.
Die entscheidende Frage also: wie weiter? Micha wartet in Rosenheim, noch gut 300km. Ich bin in der süddeutschen Pampa an einem Sonntag. Das wird hier wahrscheinlich nichts mit einer schnellen Reparatur zumal ich keine Radlager auf Halde dabei habe was die gelbe Streckencrew oder eine Werkstatt vor Ort einpressen könnte. Letztendlich entschied ich mich für die Tour bis Rosenheim und Überlegungen mit Micha gemeinsam, wie es weiter gehen kann.
Das klappte mit viel Gequietsche auch ganz gut. Beim Abendessen schmiedeten wir den Plan für Tag 2: während ich eine dienstliche Videokonferenz machen muss (ja, ich hab frei, aber irgendwie kann ich mich vor diesem und einem Folgetermin nicht drücken) checkt Micha Werkstätten aus. Und dann gucken wir mal, wie schnell wir das mit den Radlagern geregelt bekommen.
