Historic Rally Team? Wat soll der Quatsch?

Nun ja, irgendeinen Namen muß das Kind ja haben.

Die Likedeeler – Historic Rally Team – Idee ist relativ leicht erklärt:

ein altes Auto, ein wenig Begeisterung für Öl und Rost unter den Fingernägeln, ein großer Haufen gefährliches Halbwissen und ganz viel Abstand zum Alltag. Und dabei noch was Gutes tun.

Der Reihe nach:

im Auto unterwegs zu sein ist für das Team Alltag. Sei es viele Kilometer im Job, um den über ganz Deutschland verteilten Freundes- und Familienkreis zu besuchen oder regelmäßig bei Heimspielen vom magischen FC zu sein. Das alles in einem komfortablen, dieselbefeuertem, vollklimatisiertem Volvo. Ganz hinten im Kopf ist aber die Erinnerung an die ersten eigenen Autos. An Vergasermotoren. An einen Choke. An Zündverteiler. An Autos ohne Motorsteuergerät und Servolenkung. An rudimentäre Automobiltechnik, die in Ermangelung ausreichend finanzieller Hilfsmittel für Werkstattaufenthalte selber instand gehalten wurde. An fettes Blech und Stoßstangen aus Stahl. An das, was gefühlt immer noch ein Youngtimer ist, aber auf Grund eigenem Alterns mittlerweile stabilen Oldtimerstatus hat.

Und dann kommt diese Kollegin um die Ecke und erzählt von Rallyes. Mit alten Autos. Ohne Autobahn. Ohne GPS. Über richtig lange Distanzen. Und verpflichtet 50% des Teams direkt zur Allgäu Orient Rallye 2015 auf einem Opel Frontera. Von Oberstaufen nach Amman. Und damit war das Feuer gelegt, der Rest des Teams im Anschluß mitbegeistert. Und mit dem Baltic Sea Circle 2016 das passende Abenteuer gefunden und das Team „gegründet“.

Und weil trotz all der Abenteuerlust, all der Lust auf alte Autos doch der kleine nörgelige Sicherheitsbeauftragte im Ohr davon jammert, das altes Blech kein gutes Blech ist, Oldtimer Groschengräber sind und überhaupt, kein ABS, keine Sicherheit und so weiter, fing die Suche nach einem Auto mit dem offensichtlichem Standard-Langeweile-Hobel an. Nach einem VW T4. Baujahr 1996, also die ersten TDIs. Als Multivan oder Caravelle. Bis zu der ernüchternden Feststellung: das ist in der Regel kein gutes Blech, das sind Groschengräber hoch Zehn! Oder man bezahlt ein Vermögen.

Auf der Rückfahrt einer Besichtigung die Diskussion um Alternativen und die Idee eines großen Kombis. So einer stand fast um die Ecke. In Hürth. Ein Volvo. Der erste Volvo, der wie ein Volvo aussieht. Das Volvo Modell, das Volvo zu einem Synonym für automobile Sicherheit gemacht hat. In top Zustand mit wenig Kilometern. Angeguckt. Als Volvo-afine Menschen verliebt. Gekauft.

Und somit die Verheissung von Öl und Rost unter den Fingernägeln. Von tiefschwarzem Lack mit glänzendem Chrom. Vom saugendem Luftholen des Vergasers. Und das Versprechen an ein Auto, das in 43 Jahren 106.000km zwischen Kölner Friedhöfen und der Leichenhalle gependelt ist, dass es jetzt das bekommt, wofür es gebaut wurde: viele Kilometer auf den Strassen dieser Welt. Und den Wegen. Denn Rallye bedeutet auch, die ordentlichen Strassen zu verlassen. Und das Versprechen an uns: mit diesem Auto zu fahren, ist anders als all die Kilometer in dem Alltags-Volvo. Jeder Kilometer mit diesem Auto wird erfahren und bringt uns ein wenig weiter weg von der Hektik und der Geschwindigkeit des Alltags. Und schafft Bilder, die Bestand haben. Jeder Kilometer in diesem Auto ist es wert gefahren zu werden.

Also viel Abenteuer und Aufregung für uns. Und weil so ein Oldtimer, der ordentlich Auslauf hat auch ordentlich Aufmerksamkeit bekommt, soll auch für andere etwas abspringen: wenn wir auf große Tour gehen, nutzen wir dies, um Geld zu sammeln. Für Projekte, die uns am Herzen liegen.