20 Nations 2018 – Tag 10

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Gefahrene Kilometer: 414

Getankt: 41l

Nachgefüllt: 2l Scheibenwischwasser

Roadtime: 09:30-18:20

Pipipausen: 2

Start: Hotel Edelweiss, Buzludzha

Über: die Donau

Ende: Motel Mesterul Manole, Curtea de Arges

Wir haben hervorragend geschlafen. Eine Schande so spät in einem so gutem Hotel anzukommen und es so früh nach einem gutem Frühstück wieder zu verlassen. Trotzdem ist die Vorfreude groß: im Morgengrauen und bei Nebel und starkem Wind geht es auf die Spitze des Berges an dessen Flanke sich unser Hotel befindet. Auf dem Berg steht Buzludzha Monument. Hier soll die kommunistische Partei Bulgariens gegründet worden sein und zur Erinnerung und natürlich zum Abhalten von Parteitagen, Versammlungen u.ä. Wurde hier ein realsozialistischer feuchter Traum in Beton hingegossen. Als heimlicher Freund sozialistischer Moderne und ihrer Architektur stand dieser Ort bereits vor Roadbook-Ausgabe auf dem teameigenen Programm, umso besser das es offizielles Ziel ist. Die Versammlungshalle ist mit großer Freitreppe zum Eingang auf der Bergspitze gebaut, sieht aus wie ein gelandetes Ufo mit Turm und wirkt bei dem Nebel ziemlich surreal. Leider ist es wegen Einsturzgefahr mittlerweile abgeriegelt, im Inneren soll es noch große Wandmalereien und Mosaike geben. Etwas unterhalb, wahrscheinlich an der Anfahrtsrampe befinden sich noch zwei gigantische Fäuste, ebenfalls aus massiven Beton. Insgesamt 1,5 Stunden halten wir uns hier auf, machen die fürs Roadbook benötigten Fotos und fahren dann über eine furchtbare Schlaglochpiste auf der anderen Seite des Berges Richtung Ruse. Es geht also wieder Richtung Norden. Bei Ruse wollen wir die Donau überqueren, es gibt zwar einen streckenmäßig kürzeren Weg, dieser allerdings nicht mit Brücke sondern mit Fähre. Diese fährt nur alle drei Stunden, das ist uns zu viel Risiko.

Der Verkehr ist konstant chaotisch, aber funktioniert erstaunlich gut. Erstaunlich weil alle fahren als sei der Teufel hinter ihnen her und erstaunlich weil die Strssenzustände konstant schlecht sind. Zusätzlich fahren, laufen oder liegen (ja, Menschen liegen einfach zum Ausruhen auf der Stasse rum) die Leute wie es ihnen grade passt und in offensichtlich Ignoranz jeglichen Selbsterhaltungstriebes. Der Grenzübertritt (Grenze 16)verläuft wie immer flott und problemlos, in Ruse (Ruse ist durch das Skippen des Roadbookpunktes „Schwarzes Meer“ auch gleichzeitig unser östlicher Punkt auf der Tour) halten wir zufällig an einer Tankstelle, an der Matthias bereits im Rahmen der Allgäu Orient Rallye 2015 gehalten hat und Strassenhunde versorgt hatte. Einer von diesen Hunden ist immer noch da. Strassenhunde war vor drei Jahren in Rumänien noch ein ziemlich großes Thema beim Autofahren, gefühlt hat das drastisch abgenommen. Ob die Kastrationsprojekte greifen oder doch die systematische Tötung von Strassenhunden ist uns unbekannt, wir hoffen auf ersteres (und denken an unseren Rumänen zu Hause und was ihm erspart geblieben ist). Wir fahren Richtung Transfagarasan, dem zweiten persönlichen Highlight der Rallye. Der Transfagarasan ist eine 150km lange Passstrasse und wird als die schönste Strasse der Welt gehandelt. An ihrem Guss kommen wir am frühen Abend an, entscheiden uns aber dagegen sie noch zu fahren. Das wollen wir frisch und ausgeruht und am frühen Morgen im Sonnenaufgang machen. Per Booking.com buchen wir ein Motel mit Privatparkplatz und Restaurant, es ist superschwer zu finden und versteckt sich in der ersten Etage eines Hauses. Der Komfort und die Einrichtung ist „rustikal“, selbst für Rumänien. Das Restaurant gibt es gar nicht, das Klo ist nicht am Boden befestigt und die Betten sind ultraausgelegen. Ärgerlich das wir hier früh sind (im Gegensatz zum gestern Abend). Wir kochen auf dem Campingkocher im Bad heisses Wasser für 5-Minuten-Terrinen und snacken Kleinigkeiten, sichten Fotos und schreiben Blogartikel um letztendlich früh zu pennen und fit für den Folgetag zu sein.

Die Abkürzung durch Auslassen des schwarzen Meeres bringt uns etwas Entschleunigung für die Folgetage, wir konnten einen kleinen Puffer und somit etwas Zeit für den Zransfagarasan rausfahren. Das hat zu einer inneren Entspannung geführt, auch wenn nach Buzludzha nicjt viel passiert so cruisten wir entspannt durch Bilgarien und Rumänien.

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