20 Nations 2018 – Tag 12

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Gefahrene Kilometer: 260

Getankt: 25l

Nachgefüllt: —

Roadtime: 09:00—14:30

Pipipausen: 1

Start: Camping Mark

Über: nichts

Ende: Zugligeti Niche Camping, Budapest

Wir starten früh in den Tag. Durch das geskippte Schwarzmeer und die zusätzlichen Kilometer nach Ungarn rein haben wir ein paar Stunden plus zur Roadbookplanung und die wollen wir in Budapest verbringen. Deswegen nehmen wir den direkten Weg. Es geht über gute Land— und Schnellstrassen, links und rechts gesäumt von endlosen Sonnenblumenfeldern und riesigen Gänsefarmen. Irgendwann steht ein Erdmännchen auf der Strasse, checkt die Lage und quert als wir vorbei sind. Hinter uns immer noch Micha, wir möchten Budapest zusammen angucken. Roadbookaufgabe des Folgetages ist ein Flohmarkt am Stadtrand von Budapest, wir wählen die Route so dass wir direkt an ihm vorbei kommen. Nach einigem Fragen finden wir ihn, hilfreich ist, dass viele in Ungarn Deutsch und mindestens Englisch können. Gefühlt sind wir zurück in Mitteleuropa. Der Flohmarkt soll voll mit Kuriositäten sein, obwohl wir am späten Mittag dort sind haben viele feste Geschäfte geschlossen, wir sehen reichlich viel Standard—flohmarkt—Kram, einige schöne Holzschränke und viel Nazi— und direkt daneben Stalindevotionalien gemischt mit obskuren Sexskulpturen. Irgendwie bizarr, aber auch irgendwie eher überflüssig dort zu sein.

Im Anschluss fahren wir direkt zum Campingplatz und Spot der zweiten 20 Nations—Rallye—Party. Und wieder haben die Orga—Jungs einen wunderschönen Ort aufgetan. Bereits der Partyspot in Albanien war besonders und einzigartig. Der Campingplatz liegt eine halbe Stunde Autofahrt vom Stadtkern entfernt auf der Buda—Seite und ist eine ehemalige Strassenbahnendhaltestelle. Das Bahnhofshäuschen ist liebevoll aufgearbeitet, am Eingang stehen als „Rezeption“ zwei ausrangierte Strassenbahnen. Gezeltet wird auf kleinen Tableaus im bewaldeten Hang des ehemaligen Bahndamms. Wir sind mehr als rechtzeitig fürs offizielle Zeitfenster da, werden herzlich begrüsst und parken unseren Volvo neben dem Chevrolet Impala, ebenfalls einem Ex—Bestattungswagen des Teams The Lekers. Nach kurzer Besichtigung des Platzes und in Angesicht des doch immer noch sehr durchwachsenem Wetters mit Regenschauern und starken Windboen entscheiden wir uns für eine Nacht im Auto. Da wir mehr als früh da sind fahren wir gemeinsam mit Micha in seinem Auto runter in die Stadt. Ganz standard entscheiden wir uns erst für die falsche „Innenstadt“, merken den Fehler nach gefühlt 2478 Treppenstufen, korrigieren noch einmal unseren Kurs und landen dann doch in der Altstadt. Parkhäuser scheinen alle voll (oder zu klein für Michas VW—Bus), wir parken irgendwo (und Micha erhält in Folge die teuerste Knolle die wir jemals gesehen haben. 142€) und gehen in der Altstadt um ein paar Blocks und essen frisches Langhos. Viel Zeit bleibt leider nicht, der offizielle Teil am Partyspot startet schon bald.

Im Bahnhofshaus gibt es Rallyeschnack, das Gulasch und die Getränke gehen auf den Deckel der Orga. Zum gemütlichen Abhängen ein Toport allerdings keine richtige Partylocation. Deswegen startet um 22:00h ein Busshuttle vom Campingplatz zum ältesten und bekanntesten Ruinenclub in Budapest, dem Szimpla Kert. Ausgestattet mit VIP—Bändchen und Freigetränkemarken entern wir den Club und sind geflasht. Eine Mischung aus Fusion, Punkrockkneipe, Abrissparty und Wohnzimmer—Hangaround. Mit Kreditkartenzahlung an jeder Bar. Verrückter Ort. Um 01:00 startet das die erste Shuttlebustour zurück und wir sind mit an Bord. Zu kaputt und müde sind wir von den letzten Tagen und unser Plan sieht vor am nächsten Tag zügig loszukommen. Um den ganzen Laden in seiner Kuriosität zu erfassen hätte es mehr Zeit gebraucht, andere Teams nehmen sich diese auch — und den Erzählungen nach auch einige Drinks. Auf dem Tracking kann man am nächsten Tag jedenfalls verfolgen dass einige Teams durchaus lange für den Aufbruch brauchen.

Wir verabreden uns mit den Teams The Lekers und Benz Brothers für einen gemeinsamen Start am nächsten Morgen.

Nichts desto trotz: ein toller Abend der die Rallyegemeinschaft wieder etwas mehr hat zusammen rücken lassen.

Überhaupt: der Spirit dieser Rallye, sicher auch durch die überschaubare Teilnehmendenzahl ist unglaublich. Eine super Stimmung, man kennt sich, wir haben mit den meisten mehr als Hallo und Guten Weg gewechselt. Das Ganze wird von den Aufgaben im Roadbook unterstützt und die beiden Organisatoren leben hier spürbar einen Traum in den sie alles stecken.

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