20 Nations 2018 – Tag 7

zurück zu Tag 6

Gefahrene Kilometer: 237

Getankt: 23

Nachgefüllt: /

Roadtime: 08:00-16:00

Pipipausen: 2

Start: Camping Solitudo (Dubrovnik)

Über: Kupari

Ende: Camping Legjenda

Wir entscheiden uns morgens gegen alles: gegen Frühstück, gegen Dubrovnik (obwohl hier ja die Szenen für Königsmund aus Gane of Thrones gedreht wurden). Den Berichten der anderen Teams zufolge war das auch richtig.

Wir entscheiden uns dafür für früh los, Strecke machen, früh am ersten Partyspot sein und für ein kleines Schmankerl für uns: wir biegen von der Hauptstrasse nach Kupari ab. Hier steht über eine ganze Bucht hinweg gebaut ein Komplex von fünf Luxushotels mit zusätzlichen Gebäuden wie kleinen Geschäften, Schwimmbädern und Terassenanlagen. Das Besondere: während des Bürgerkrieges wurde um die Anlage gekämpft, sie wurde geplündert und brannte zum Teil schwer aus. Und steht seitdem verlassen in der Bucht. Die Einschusslöcher der Granaten sind deutlich an den Balkonen zu sehen, die Brandspuren überall präsent. Es muss so heiss gebrannt haben das sich die Glasscherben zusammengerollt haben. Wir streunern durch zwei der fünf Hotels, gucken uns Zimmer und Logistikräume an und überlegen was wo gewesen sein könnte. Teilweise liegen Einrichtingsgegenstände wie Sofas noch rum, vieles ist aber inklusive der Unterputzleitungen rausgeholt worden. Wir klettern bis aufs Dach, geniessen den Ausblick und machen uns dann wieder auf den Weg. Ein beeindruckender Ort.

Wir überqueren die Grenze (Nr. 12) nach Montenegro und folgen weiter der Küstenlinie. An einer sehr ausladenden Bucht kann man eine Fähre als Abkürzung nehmen, zeitlich tatsächlich kaum relevant, nervlich hingegen schon. Wir entscheiden uns im Vorbeifahren dagegen, wir haben kein lokales Geld in Cash und haben keinen Bock auf Diskussionen in der Schlange ob Kreditkarte geht. Oberfail. In Montenegro ist Euro Zahlungsmittel. Steht sogar ordentlich vorbereitet im Roadbook. So folgen wir also der Küstenlinie, biegen irgendwann Richting Albanien ab und passieren Grenze Nummer 13. Ab hier werden die Strassen endgültig abenteuerlich. Wir nehmen die Europastrasse, das sollte schon gehen. Denkt man so. Die Strasse variiert von gut ausgebauter Asphaltpiste über schlaglochverseuchter Feldweg bis hin zu nicht mehr identifizierbarer Weg. Auf weniger als einem Kilometer Länge. Spannend ist nett ausgedrückt. Herausfordernd trifft es sehr genau. Irgendwann kommt uns auf der Strecke ein schwarzer Rolls Royce mit Eskorte in G-Klasse, ebenfalls schwarz, beide mit Komplettscheibentöning entgegen. Die Vorurteilsschublade wird ganz weit dabei aufgerissen.

Aber wir überstehen auch das und kommen am Partyspot, dem Campingplatz Legjenda an. Durch eine schäbige Einfahrt geht es einen Rumpelweg vorbei an Stacheldrahtzäunen und einem heruntergekommenen Kunstrasenplatz um die Ecke…und es ist eine andere Welt. 20Nations-Fahnen sagen uns das wir richtig sind, das Empfangskomitee checkt die bis zu diesem Zeitpunkt zu erledigenden Roadbookaufgaben und dann geht es auf den Platz. Wir sind ja immer noch mit den Jungs von Team Danex unterwegs und gemeinsam sind wir Nummer vier und fünf. Nicht, dass dies irgendeine Bedeutung hätte außer: wir können uns die Stellplätze aussuchen und länger chillen als die später Kommenden. Und das ist gut so. Im doppelten Sinn wie sich herausstellen soll.

Der Platz ist liebevoll angelegt, um einen Pool herum sind im Kreis die Stellplätze angeordnet, es gibt eine nette Bar und ein Restaurant. Wir kommen an, springen in den Pool und versorgen uns mit Getränken. Alles ist bestens bis Matthias unters Auto krabbelt um doch mal nach diesem Scheppern zu gucken. Die Folge: der Wagen wird aufgebockt und das Werkzeug ausgepackt. Der vordere Auspuffhalter, unmittelbar nach Krümmer und Hosenrohr ist komplett abgerissen. Das Problem: er ist zwischen Getriebe und Getriebehalter verschraubt. Also muss das Getriebe abgestützt und der Halter losgeschraubt werden. Dafür muss zuerst der Unterfahrschutz runter. Als wir das Teil endlich in den Händen halten zeigt sich, dass es komplett von oben bis unten an der ungünstigsten Stelle, nämlich der Bohrung für die Verschraubungen gerissen ist. Ein Angestellter vom Campingplatz tut ein Schweissgerät auf und schweisst das Teil an Ort und Stelle. Nicht schön, aber haltbar. Zum Dank will er nur einen feuchten Händedruck, alles andere lehnt er empört ab. In einem Land in dem das Durchschnittseinkommen fünf mal unter dem Deuschlands liegt will jemand nicht für seine Arbeit bezahlt werden weil er möchte dass man gut weiterfahren kann.

Matthias versucht den Halter wieder zwischen Getriebe und Getriebehalter zu bekommen und alles wieder zu verschrauben aber die Teile verrutschen gegeneinander und nach zwei Stunden unter dem Auto ist die Luft raus. Das sieht auch Alex von Team Danex und übernimmt. Mit neuer Kraft und frischer Geduld bekommt er alles zusammengeschoben und -geschraubt und wir sind somit wieder im Rennen. Tausend Dank dafür! Wenn ihr mögt checkt Team Danex bei Instagram und Facebook, das lohnt sich. Nicht nur weil die Beiden uns geholfen haben.

Im Anschluss gibt es Essen und Trinken, Rallyeschnack mit den Anderen, ein bisschen Folklore und dann vor allem aber Bett. Mit der ungeplanten Schrauberei am Ende war das ein hammerharter aber guter Tag!

weiter mit Tag 8