Generalprobe gone bad 

Man sagt ja, wenn die Generalprobe in die Hose geht, würde es mit der Hauptvorstellung schon klappen. Dementsprechend sollte uns auf der Rallye nichts passieren.

Doch von vorne: Bevor wir uns zur Generalprobe aufmachten, stand noch schick machen auf der ToDo-Liste. Unser Plan, die Rallye-Decals mit Magnetfolie am Auto zu befestigen, ist dank ausgiebiger Nutzung von Spachtelmasse während der letzten Lackierung zunichte gemacht worden. Wir hatten extra schon die dicke, starke Magnetfolie geholt…trotzdem keine Chance. Gott sei Dank konnte ein anderes Team die Folie gut gebrauchen und da wir zum letzten Heimspiel des magischen FC eh in Hamburg waren, konnten wir dort den Austausch Bares gegen Folie vollziehen.

Ebenfalls in Hamburg ließen wir einen Startnummer-Aufkleber mit der Nummer Drei. Der hatte sich in unser Paket verirrt – dafür fehlte unsere Nummer Zwei. Die liegt jetzt bei einem guten Freund, der den Austausch in Hamburg organisiert hat. Pünktlich zum Start sollte sie es also noch auf die Fahrertüre schaffen.

Wenn alles geht und wir starten können… da war ja noch die Generalprobe. Die begann mit aufgequollenen Fingern, denn wir haben uns Zeit genommen und einen ganzen Nachmittag den Innenraum geschrubbt und 44 Jahre Rauchernutzung aus dem Auto rausgewaschen. Das hätten wir auch schon viel eher machen können, haben es aber irgendwie immer vor uns her geschoben. Um es kurz zu machen: Der Einsatz aggressiver Reinigungsmittel, diverser Schwämme und Tücher und liebevoller Hände hat sich gelohnt. Unser Schätzchen müffelt nicht mehr und der Dachhimmel und die Sonnenblenden waren erstaunlicherweise nie beige.

In einer derart heimeligen Atmosphäre starteten wir zur Generalprobe. Der Plan: Wir fahren Richtung Belgien, finden und essen gute belgische Waffeln mit Schokolade und touren durch den Naturpark Eifel über Bonn – dort feierte eine Freundin eine Party – in der Nacht zurück nach Köln. Alles regelkonform ohne Navi, Internet und Autobahnen. 

Auf dem Hinweg in Aachen fiel uns ein polterndes Geräusch an der Hinterachse auf. Rechtsseitig. Kurzer Stop und die Lage unter dem Auto gecheckt; alles ist fest und da wo es hingehört. Diagnose: Wahrscheinlich irgendeine Buchse die durch ist. Es rächt sich, beim Wechsel der Stoßdämpfer und Federn nicht alle Buchsen direkt mitgemacht zu haben. Irgendwie sahen die da noch ganz okay aus. Mit zunehmender Strecke und vor allem beim „Offroad“-fahren durch belgische Baustellen polterte und schepperte es an der Hinterachse immer mehr. Auch gute Musik konnte das nicht mehr übertönen. Hier muss noch vor dem Start Abhilfe her.

Alles andere – Kartennavigation, Landstraßen fahren, Musik hören, im Auto essen und trinken, also all die wichtigen Dinge – funktionierten einwandfrei. Selbst der Austausch von den Bilux-Frontscheinwerfern gegen H4 hat sich als absolut sinnvoll erwiesen. Auch die neuen Wischwasser-Pumpen und Behälter (die alten waren defekt und gerissen) sind getestet und tun was sie sollen. Eine Erkenntnis haben wir an unerwarteter Stelle noch gewonnen: Kreisverkehre sind die Hölle. Die 1,5 Tonnen Auto ohne Servolenkung durch die Dinger zu wuchten ist echte Schwerstarbeit. Shoulder- und Armday durfte getrost geskipt werden, der Muskelkater am Tag danach erlaubte dies gnädig. Dem Skippen schloss sich auch der Legday an (denn auch ständiges Kuppeln ist anstrengender als in unserem Alltags-Volvo). Wir skippen also die komplette Trainingseinheit Bodyshaping (als wenn wir das jemals auch nur in Erwägung ziehen würden, so etwas zu tun) und fahren dafür einfach zwei Wochen Auto.

Wenn da nicht noch das Poltern wär:

Die Zeit drängt, in weniger als 12 Tagen wollen wir im Rennen sein. Deswegen hat unser Schätzelein heute den langen Weg nach Duisburg angetreten um sich noch einmal in die sachkundigen Hände der Brüder Buttkereit zu begeben. Klarer Arbeitsauftrag: Das Poltern finden, isolieren und ausmerzen. Und was immer es ist, das auf der linken Seite direkt auch tauschen. Und bei der Gelegenheit auch noch einmal alles durchchecken. Sicher ist sicher.

Und dann ist hoffentlich alles gut und die Sache mit dem Fehler bei der Generalprobe bewahrheitet sich. Denn dann geht es auf die Straße und 7500 km rund um die Ostsee. Da haben wir dann keine Zeit und keine Lust auf so einen Quatsch!

Und Leute: Wir sind inzwischen richtig heiß darauf! 

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