Tag 1 – …mal eben schnell nach Hamburg. Denkste.

Roadtime: 10,5 Stunden

gefahrene Kilometer:

Temperatur Start: 6 Grad

Temperatur Ziel: 0 Grad

getankt: 58l

zwei Pinkelpausen, drei Reparaturpausen, mehrere Logistikstops

repariert: Stabilisatorbuchsen nachgeschmiert, Ladekabelstecker

Gute Vorbereitung ist das A und das O. Der Volvo 145 Express steht seit Donnerstag Nachmittag fertig gepackt und vorbereitet im Hof, nur noch die Waschbeutel und die letzten Kleinigkeiten müssen eingepackt werden. Also starten wir den ersten Tag völlig in Ruhe, gegen zehn Uhr brechen wir zu einem schnellem Stop beim Covid-Testzentrum um die Ecke auf. Bereits auf dem Stück durch unsere Toreinfahrt kommen knarzende Geräusche von der Vorderachse, primär rechts. Die waren bis grade noch nicht da. Also schnell ein Stäbchen in die Nase schieben lassen und direkt zur Wagenwerkstatt in der Hoffnung, dass Andreas Zeit hat, mal drüber zu gucken. Er nimmt sich die Zeit auf jeden Fall und stellt ziemlich schnell eine erleichternde Diagnose: die Buchsen der Vorderachse knarzen und brauchen ein bisschen Schmiere. Mit ausreichend Ballistol reduzieren sich die Geräusche – mit zunehmender Strecke sind sie tendenziell ganz weg. Eine Dose Ballistol ist jetzt zur Sicherheit mit dabei, wir können also bei Bedarf selber nachschmieren. Und sollten wir nix zu schmieren haben würde das Zeug auch gut als Handcreme funktionieren;)

Bei strahlendem Sonnenschein schlagen wir uns in den Freitagsverkehr und tingeln mit einem frischen Kaffee in den Thermobechern Richtung Duisburg. Hier ist ein kurzer Zwischenstop an der besten Pommesbude wo gibt geplant, immerhin brauchen wir für den Weg nach Hamburg noch etwas Stärkung. Wieviel Stärkung wir für diesen Tag brauchen werden wussten wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Pommes, Currywurst, Krautsalat und Frikandel Spezial stellen aber eine gute Grundlage dar.

Um 12 rum hauen wir uns wieder auf die Autobahn, das Wetter wird zunehmend grauer, die Stimmung im Auto nicht. Wir haben richtig Bock. Nicht so wirklich auf diese Tagesetappe, die Strecke nach Hamburg kennen wir in und auswendig, aber richtig Bock auf Skandinavien. Der Volvo läuft wie geschmiert, so leise war er schon lange nicht mehr. Was so ein frisch abgedichteter Auspuff doch ausmacht. Was ein bisschen zu schaffen macht ist der sehr starke Wind.

Und wenn es so richtig gut läuft, dann braucht es doch einen spontan eingebauten Spannungsbogen: das Voltmeter der Starterbatterie zeigt eine immer niedriger werdende Spannung. Was seltsam ist, immerhin hängt vorne eine funkelnagelneue Lichtmaschine drin. Mit neuem Keilriemen. Die Spannung sinkt so weit (mittlerweile irgendwas bei 11V), das wir auf dem Rastplatz Münster anhalten und einen Blick unter die Haube wagen. Der Übeltäter ist schnell gefunden: der Stecker des Kabels von LiMa zur Batterie ist lose. Man kommt an diesen Stecker indem man sich handakrobatisch zwischen Krümmer (heiss. Sehr heiss) und LiMa durchturnt. Matthias versucht also, den Stecker durch zurecht biegen wieder kontaktend zu machen, die weitere Fahrt zeigt aber einen deutlichen Wackelkontakt. Der Ladestrom springt hin und her, unterm Strich wird die Batterie aber kaum geladen. Bei Osnabrück liegt die Spannung wieder bei nur 11V, Tendenz fallend. Genervtes Brainstorming nach Lösungsmöglichkeiten bis es uns wie Schuppen von den Augen fällt: Osnabrück, bzw. Georgsmarienhütte ist die HomeBase von The Lekers und The Lekers Junior hat im Winter 2020/21 bei Identica Strakeljahn die Karosserie vom 145 wieder auf Vordermann gebracht. Vielleicht kann er uns ja helfen oder einen Tipp geben. Schneller Anruf, wir sollen vorbei kommen. Mit 10,5V auf der Starterbatterie kommen wir in der Firma bei strömenden Regen an. Marlon guckt mit auf den Stecker, er selber hat keinen neuen da. Aber eventuell die Nachbarwerkstatt. Hat sie, einen einzigen, in einem Musterbuch aus dem letzten Jahrhundert. Egal. Der Stecker passt, und wir haben sofort volle Ladeleistung. Kleine Notiz an uns: nach dieser Tour tauschen wir das ganze Ladekabel aus. Das ist nämlich etwas in die Jahre gekommen. Also so 50 Jahre halt. Für jetzt wird es reichen. Einzige Frage die wir noch im Kopf haben: hat das unsere Batterie geplättet oder verkraftet sie das. Mal schauen.

Als wenn das Wetter heute Gradmesser für den Zustand des Autos ist fahren wir bei strahlendem Sonnenschein in Georgsmarienhütte los. Und kommen ohne weitere Besonderheiten bis Hamburg. Reicht ja auch für einen Tag. In Hamburg sammeln wir für uns vorbereitete Lunchpakete ein – eigentlich wollten wir bei den lieben Menschen mit Lunchpaketen übernachten, Covid machte uns hier aber einen Strich durch die Rechnung. Auf Sankt Pauli haben wir noch leihweise eine Drohne abgeholt, noch einen besonderen Instant-Kaffee eingekauft (der bereits beim Winter BSC gute Dienste geleistet hat – danke, Hinne!) um dann endlich um 20:30Uhr bei Freund:innen in Wedel anzukommen.

Plan für die Batterie: wir warten mal, wie sich die Ladung die Nacht über entwickelt und messen sie morgen noch einmal durch – und entscheiden dann, ob wir eine Neue brauchen.

An dieser Stelle noch einmal: ein fettes, fettes Dankeschön an Andreas und Marlon für ihren schnellen und spontanen Support!

Kleiner Tipp noch für die Menschen, die uns via Email folgen: auf dem Blog sind im Artikel Fotos und unter Umständen auch kurze Filme. In der Email wird nur der Text versendet. Von heute ist noch nicht viel Besonderes dabei, wir hoffen aber auf bessere Fotomotive in den nächsten Tagen;)

5 Kommentare

  1. Lieber alter Volvo, in der Zeitung habe ich heute ein Zitat des 90-jährigen Alexander Kluge (Schriftsteller, Filmemacher u.v.m.) gelesen, das Du bitte auch mal bedenken könntest: „Wenn ich arbeite, habe ich ein anderes Alter als wenn ich einkaufen gehe!“ Dreimal auf Deine Haube (= Hinterkopf?) geklopft: „Katrin und Matthes in den Norden und zurück zu fahren, ist Deine derzeitige Abeit. Ein Privileg, um das Dich die zwangssedierten Oldtimer-Kolleg*innen in Tiefgaragen und Carports heftig beneiden. Also: Haltung annehmen und erst wieder abschlaffen, wenn Du zurück im geliebten Kölner Hinterhof sein wirst.
    Wenn Du zwischendurch mal jammern und klagen willst, dann wende Dich an das Volvo-Seelsorge- und Motivationsteam, in dessen Namen ich Dir hier schreibe.

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  2. Hey ihr beiden,
    es wird mit alten Autos echt niemals langweilig. Aber schön, dass ihr das Problem unterwegs lösen konntet. Es ist immer gut, irgendwo Leute zu kennen. Ich bin schon sehr auf die Geschichten, Fotos und Videos gespannt und werde ganz bestimmt ein bisschen neidisch hier in meinem Wohnzimmer sitzen 😉 Die Daumen sind gedrückt, dass euch der Schwede gut begleiten wird!
    Schöne Grüße
    Lars

    Gefällt 1 Person

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