Tag 4 – Über Valsjöbyn (Grenze Schweden-Norwegen), Polarkreis und Brodö nach Gimsöya (Lofoten)

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Tageskilometer – 961
getankte Liter – 92
Zeit unterwegs – 23 Stunden
nachgefüllt: 2 Liter Öl

thumb_DSCN4908_1024thumb_IMG_0302_1024Nach dem Frühstück haben wir die Dose Surströmming geöffnet. Unter Wasser, denn die steht unter Druck und beim Öffnen in freier Wildbahn spritzt die Suppe nur so raus. Unkontrolliert, in alle Richtungen. Und das Zeug stinkt bestialisch und erzeugt fast direkt Würgereize. Wer lustig ist, guckt sich bei YouTube mal Surströmming-Videos an. Da ist nichts gestellt. Es ist riecht so ekelig wie es aussieht. Gut verpackt transportierten wir den Surströmming dann 200km, zum Beweis haben wir ein Foto mit Kilometerstand am Anfang der Aufgabe und am Ende gemacht. Allein dasthumb_DSCN5052_1024 Reinhalten der Dose ins Auto hat für anhaltenden Gestank gesorgt. Und weil unser Team zur Hälfte aus wirklich harten Typen besteht, hat Katrin sich am Ende sogar getraut, den Fisch zu probieren. Nix was man braucht, aber wohl bei weitem nicht so ekelig wie der Gestank vermuten lässt.
thumb_DSCN5230_1024Die Grenze nach Norwegen haben wir über Valsjöbyn passiert. Dass wir das Land gewechselt haben, war nur an dem anderen Verkehrsbelag, anderen Schildern und neuen Laternen zu bemerken. Es gab keinen Schlagbaum, keinen Grenzposten, nichts.
Und dann haben wir den Polarkreis überquert. Ab jetzt thumb_DSCN5276_1024wird es nicht mehr dunkel. Dafür haben wir unseren ersten Schnee mitten im Sommer angefasst. Der liegt hier einfach so rum. Und wenn wir uns angucken, wie viel Schnee hier mitten im Sommer noch rumliegt, lässt sich erahnen, wie viel das erst mitten im Winter sein muss. Eine Idee davon geben die endlos vielen Wasserfälle, Taubäche, Flüsse und Seen an denen wir vorbeifahren.
thumb_IMG_0333_1024Dank vieler Baustellen und damit verbundener Umleitungen über enge Schotterpisten kamen wir nur langsam voran. Dabei waren wir unter Zeitdruck, hatten wir doch die Fährüberfahrt von Brodö nach Sörvagen auf den Lofoten um 00:59h vorgebucht. Das wäre eigentlich kein Problem gewesen, wenn nicht diese elendig vielen Umleitungen und Umfahrungen gewesen wären.
thumb_IMG_0588_1024Und dann kam es richtig dicke: Kurz vor Rognan war der Tunnel der E6 vollgesperrt, es gab keine Umleitung. Die Absperrungsbeauftragte erklärte uns sehr freundlich und hilfsbereit, dass, wenn wir warten würden, wir die Fähre wahrscheinlich nicht bekommen würden. Es gäbe eine Möglichkeit, die bestünde aus einer ganzen Strecke zurück, einem kleinem Weg über die Berge nach Mistvae und dann quasi von hinten herum zum Hafen. Mit ein bisschen Knallgas und Glück würden wir das wohl schaffen können. Sagte sie, und sah dann unsere Autos. Und zuckte mit den Schultern. thumb_IMG_0572_1024Wir entschieden uns für diesen Weg und was dann folgte, war eines Collin McRae würdig. Im Leitfahrzeug steuerte GinTourismo mit präzisen Kurvenangaben dank detailiertem Kartenmaterial den Konvoi mit Hochgeschwindigkeit über besagten Weg, der sich als Teil einer großen Schafsweide herausstellte. Also war die Herausforderung nicht nur, unsere schwer beladenen Autos mit Vollgas über den Weg zu prügeln, sondern auch keine Schafe dabei zu Abendessen zu verarbeiten.
thumb_IMG_3098_1024Um es kurz zu machen: Wir haben die Fähre so grade eben noch bekommen. Und zwar alle vier Teams. Die Fährüberfahrt selber war direkt die nächste Herausforderung: Der eigentliche Plan, die vier Stunden Überfahrt für Schlaf zu nutzen, wurde durch das Wetter als nicht durchführbar erklärt. Riesige Wellen ließen die Fähre schlingern und stampfen, die Brecher schepperten gegen den Rumpf und das Ergebnis war kein Schlaf, ein leerer Magen und weiche Knie. So geht zwar Seefahrt, als Kölner ist uns Binnenschifffahrt dann aber doch irgendwie…angenehmer.
thumb_DSCN5376_1024Vom Hafen aus fahren wir in strömendem Regen zur Partylocation und können uns dort, dank sehr früher Ankunft einen guten Platz zum Aufbau unserer Wagenburg und Zelte sichern. Gut, im Sinne von nahe bei den Duschen (endlich!) und etwas entfernt vom Partygeschehen und somit ruhiger. Zu diesem Zeitpunkt hat Team Avilius uns bereits verlassen und fährt alleine weiter.
Endlich heiß duschen, was essen und nach 23 Stunden on the road ein bisschen Schlafen. Was nicht wirklich ging, denn die Sonne kam pünktlich zum zu Bett gehen (um ungefähr zehn Uhr morgens) raus und verwandelte die Zelte in Bratschläuche.

weiter mit Tag 5 – A day off in Gimsöya

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