Crimp-Days – oder was der Fuchsschwanz fuchsen kann

Es ist ja nicht so, als würde es uns nichts ausmachen, bei besten Wetter unter der Woche arbeiten zu dürfen, aber wenn dann am fest geplantem Schraub-Wochenende die Temperaturen einstellig werden und es anfängt zu schneien, dann finden wir das doch eher nur semi-optimal.

Trotzdem haben wir unser Schätzchen aus dem Käfig befreit, in den Hof gestellt und die Werkzeugkiste rausgeholt. Denn wer mit kalten Fingern schraubt, spürt die Blasen und Quetschungen nicht so sehr. Es hat also alles sein Gutes.

thumb_IMG_0267_1024Die Eröffnung des Schraub-Wochendendes durfte ein schon lange geplantes Projekt machen: seit dem wir die Trennwand zwischen Leichenabteil und Sitzbereich rausgenommen haben, wurden die beiden Teile Dachhimmel durch eine ganze Reihe Wäscheklammern gehalten. Diese flogen raus und mit der alten Trennwand als Vorlage haben wir einen Rahmen gesägt, der dem Ganzen wieder ordentlichen Halt gibt. Dafür wütete sich Katrin mit dem Fuchsschwanz durch 15mm dickes OSB, immer mit der Sorge im Nacken, dass der Rahmen irgendwo durchbricht oder der thumb_IMG_0274_1024Fuchsschwanz mal in die Reifen beisst, die wir als Unterlage verwendet haben. Alles ging gut, am Ende passte das Ding wie die Faust aufs Auge des Wetterzuständigen und beide Teile Himmel sind ordentlich angetackert. Später soll der Rahmen noch mit schwarzem Teppich verkleidet werden. In dem Zuge wanderten auch schon ein paar Meter Kabel in das Auto.

Diesen folgten dann noch weitere, denn der Aufbau sollte noch ordentlich mit Strom versorgt werden. Die Vorarbeiten dazu sind bereits erledigt worden. Extern haben wir eine zweite Batterie einbauen lassen. Diese wird über eine Relais geschaltet, das bedeutet, das bei ausgeschalteter Zündung die zweite Batterie vom Primär-Stromkreislauf getrennt ist und somit immer genug Saft zum Starten des Motors zur Verfügung steht. Idee dahinter: die Hauptbatterie startet, von dort werden Licht, Zündung und Instrumente mit Strom versorgt. Musikanlage und Aufbau werden von der zweiten Batterie versorgt thumb_IMG_0252_1024und können somit auch im Stand genutzt werden.

Und die Musikanlage hat es in sich: im Fußraum sind in maßgeschneiderte Kickpanels Coax-Lautsprecher verbaut. Diese werden von einer 360-Watt-Endstufe angetrieben. An dieser hängt ebenfalls ein Subwoofer in einem flachbauendem Gehäuse. Verbaut wurden Sub und Endstufe neben der zweiten Batterie unter der Ladefläche, dort wo früher einmal die Sitzbank war. Gesteuert wird das ganze durch ein Retrosound Motor 3, ein feines Radio im Look der Originalradios aus den 70ern ausgestattet mit zwei USB-Eingängen, zwei AUX-Eingängen, Bluetooth, Freisprecheinrichtung und iPodthumb_IMG_0247_1024 und iPhone-Steuerung. Alle Zugänge liegen im Handschuhfach, sind somit „unsichtbar“. Zusätzlich wurde noch eine USB-Ladebuchse in das Handschuhfach gebaut. Das rummst und scheppert alles zusammen ganz schön ordentlich, unser Alltags-Volvo hat neidisch die Ohren angelegt. Das abei die originale Optik erhalten bleibt, gefällt uns richtig gut.

Zum Schluß haben wir noch mehr Kabel eingezogen, über ein Relais geschaltet ist jetzt ein zusätzlicher Sicherungskasten im Aufbau für bis zu zehn Anschlüsse eingebaut. Das Relais wird über Schalter in der Mittelkonsole geschaltet. Alle an dem Sicherungskasten hängenden Geräte und Anschlüsse laufen durch einen Spannungswächter der bei zu niedriger Batteriespannung alle Verbraucher abschaltet. thumb_IMG_0280_1024Auch über die Mittelkonsole wird die LED-Aufbau-Beleuchtung geschaltet, natürlich über die Zweit-Batterie versorgt. Außerdem hat der Sinus-Konverter bereits seinen Platz gefunden, er wandelt unser 12-Volt-Bordnetz im Aufbau in 220-Volt um, so können wir auch unterwegs den Laptop u.ä. laden. Alles natürlich mit ordentlich Steck- und Quetschverbindungen, weswegen die Crimp-Zange vor lauter Arbeit fast ausgerastet ist.

Und zwei weitere Dinge werden über Schalter in der Mittelkonsole gesteuert: wir haben jetzt, völlig Rallye-mäßig, Zusatzscheinwerfer an der Front (Nachbau-Teile zwar und durch die Klarglas-Optik nicht ganz stimmig) und eine Nebelschlußleuchte (die ist eine bei Ebay gefundene originale Hassia aus Ende der 60er- / Anfang der 70er-Jahre, also stilecht). Beide Lampen sind über Zündung und Relais geschaltet, werden also kein Problem mit der Stromversorgung bei laufendem Motor haben.

Fast unter geht dabei eine kleine aber feine Neuerung: wir haben auf Brems- und Kupplungspedal neue Beläge, damit ist festes Zutreten jetzt auch wieder sicher möglich.

Auf der To-Do-Liste steht noch einiges: in den Aufbau (in den Bereich wo Sinus-Konverter und Sicherungskasten bereits eingebaut sind) kommen noch zwei 12-V-Buchsen, zwei USB-Ladebuchsen, Voltmeter für beide Batterien und im Anschluß wird der ganze Einbau sicher verschalt und über einen Klappdeckel mit Magnetverschlüssen zugänglich sein. Außerdem haben wir noch einen Drehzahlmesser für die Mittelkonsole bereit liegen. Als es heute zusätzlich zu Kälte und Regen aber erst schneite und dann hagelte, war mit Schrauben Schluß.

Wir gönnen uns jetzt ein warmes Bad und dem Volvo ein bisschen Ruhe und genug Zeit, sich an sein neues Innenleben zu gewöhnen…bis noch mehr dazu kommt.

Mehr Fotos gibt es hier.

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