Etappen 1 bis 3

Kurze Info vorab: die Rallye ist deutlich anstrengender und herausfordernder als wir es erwartet haben. Das ist nichts schlechtes, ganz im Gegenteil. Hätten wir langweilige Butterfahrten gewollt hätten wir uns bei einer Alte-Leute-Oldtimer-Veranstaltung mit Polierlappenschwingern angemeldet. Es bedeutet nur, das wir uns weniger um die tagesaktuelle Berichterstattung und mehr um unser Abenteuer kümmern und die Berichte so schnell wie möglich nachreichen!

Für Fotos verweisen wir an unsere Facebook und Instagram-Seite (www.fb.com/likedeelerblog und @likedeelerblog). FB kann im Menu auch als Feed durchgescrollt werden!

Die Texte schreiben wir zwischen Tür und Angel, sollten Tempi wechseln, die Erzählperspektive strubbelig sein entschuldigt dies bitte. Wir redigieren alles nach der Rallye noch einmal und machen das dann in schön. Wir wollen Euch aber auch so zeitnah wie möglich teilhaben lassen.

Tag 1

Gefahrene Kilometer: 635,5

Getankt: 57 Liter

Roadtime: 11:30h bis 22:30

Pipipausen: 4

Start: Bremen, Schuppen Eins

Über: Roermond, Eben-Eter

Ende: Esch-sur-Sûre Camping

Eigentlich fing die 20 Nations bereits am Freitag an. Die Organisatoren haben für die Menschen mit weiterer Anreise eine Campingmöglichkeit im Offroad-Park Hoope möglich gemacht, ca. die Hälfte des Startfeldes nahm die Gelegenheit war.

Von dort ging es am frühen Samstag Morgen zum Schuppen Eins in Bremen. Beim Check-In gab es warmen Kaffee und eine alte Munitionskiste voll mit Hilfsmitteln für diverse Aufgaben und natürlich das Roadbook. Wir checkten direkt die Tages- und Daueraufgaben, bei unserer letzten Rallye haben wir dank ungenauem Lesens fast die eine oder andere Aufgabe verballert. Das soll uns nicht noch einmal passieren. Nach Handshakes und ersten Planungen mit anderen Teams sowie einer kurzweiligen Einführung in die Rallye und ihre Regularien (und alles was sonst noch so relevant sein könnte) durch Alex und Max, den Organisatoren der 20 Nations, ging es auf unsere Leib- und Magen-Tiefflugstrecke A1 Richtung Süden. Am ersten Tag ist Autobahn erlaubt und um möglichst viel Strecke zu machen (und aus bekannten Gegenden rauszukommen) nutzten wir dies intensiv. Unser Volvo rannte wie eine Eins, Geschwindigkeiten bis 120km/h am Stück waren ohne Stress drin. So flogen wir dahin, natürlich nicht ohne obligaten Dammer Berge Stop. Das muss.

Über Roermond in den Niederlanden (Grenze 1), und Eben-Eter in Belgien (Grenze 2) ging es nach Luxemburg (Grenze 3). Hier versuchten wir einen Wildcamping-Spot aufzutun, landeten dann aber doch mit einem Haufen anderer Teams im vorgeschlagenen Campingplatz. Vielmehr gibt es nicht zu berichten, Autobahnen sind überall relativ gleich, zumal diese uns zu großen Teilen auch sehr bekannt sind.

Was festzustellen bleibt: der Innenausbau ist was seine Ordnung und Unterbringungsmöglichkeiten angeht ziemlich gut und funktioniert hervorragend. Auch haben wir nicht wie in der Vergangenheit mehrere Tage für sinnvolle Ordnung und Organisation im Auto gebraucht. Hier zahlt sich die Erfahrung aus. Und auch die technischen Vorbereitungen am Auto scheinen ganz gut gewesen zu sein.

Tag 2:

Gefahrene Kilometer: 618

Getankt: 55 Liter

Roadtime: 07:30h bis 22:00

Pipipausen: 3

Start: Esch-sur-Sûre Camping

Über: Colmar

Ende: Interlaken

Der zweite Tag führte uns von Luxenburg nach Colmar in Frankreich (Grenze 4).

wir starten relativ früh und vergessen direkt den Tracker mit Strom zu versorgen. Entsprechend ist dieser aus und ein ganzer Teil der Strecke fehlt. Zwar gab es Hinweise von Menschen die uns folgten, da wir in der Schweiz jedoch kein Roaming hatten erreichten uns diese erst spät. Die Tour durch Frankreich war gelinde gesagt die Hölle, mehr als eine Transitstrecke auf der Rallye kann man das nicht bezeichnen. Die Ardennen waren ganz nett, hügelige Landschaft mit viel Landwirtschaft, die Städte hingegen völlig schlecht ausgeschildert, verstopft und jede_r Französ_in die wir gefragt haben hat uns vorsätzlich in falsche Richtungen geschickt. Supernervig, superzeitfressend und superasi. Danke für nichts. Zur Stafe haben wir nicht einen müden Cent in Frankreich gelassen und an jeder Ampel blaue Abgaswolken stehen lassen. Amüsiert hat uns vor allem das Martinshorn eines französischen Rettungswagen was so unmotiviert und gelangweilt vor sich hin hupte dass man sich fragen misste ob die wwirklich durch wollten oder nur ein bisschen lauter als der Rest sein wollten. Von Frankreich aus fuhren wir in die Schweiz (Grenze 5). Diesmal sogar mit einer echten Grenzkontrolle, wenn auch eher pro Forma. Hier erwarteten uns die Alpen. Zumindest in der Ferne. Und ließen eine Ahnung aufkommen, was uns erwarten wird. Irgendwo auf der Strecke rannte uns ein großer Luchs vors Auto, wir dachten erst an einen entlaufenen Hund und wollten anhalten und diesen anlocken bis wir merkten dass es sich eher um eine Wildkatze handeln musste. Die Kamera hatten wir natürlich nicht rechtzeitig oben. Die bis dato steilste Steigung mit 13% nahmen wir bei Passwang.

Die Nacht verbrachten wir dann auf dem Campingplatz Hobby (Nummer 3 bei Interlaken) .

Viel gibt es über diesen Tag nicht zu berichten, wie gesagt, er ist eher als Transittag zu sehen.

Tag 3

Gefahrene Kilometer: 386

Getankt: 65 Liter

Nachgefüllt: 1l Öl, 300ml Kühlflüssigkeit

Roadtime: 09:15h bis 22:00

Pipipausen: 4

Start: Hobby Camping Interlaken

Über: die Alpen

Ende: Pratz (Österreich)

Der Tag startet mit einer ordentlichen Dusche auf dem sehr sauberen Campingplatz. Ganz in Ruhe bauen wir ab, packen alles zusammen und machen uns auf Richtung Alpen. Nach acht Kilometern fällt einem Teil des Teams auf, dass die Schuhe, die noch neben dem Auto standen samt der letzten Flasche Fritzkola noch immer neben dem Auto stehen. Zumindest theoretisch. Denn das Auto ist ja mittlerweile acht Kilometer entfernt. Also umgedreht und diese auf dem Campingplatz noch abgeholt. Dabei rutschte dann auch das Dauerstromkabel für den Tracker raus (leere Batterie sollte uns nicht noch einmal passieren!). Dank aufmerksamer Beobachter unseres Zracking bekamen wir den Hinweis über den dadurch sinkenden Batteriestatus aber recht zügig und konnten das Kabel auch rechtzeitig zurückstecken. Danke dafür!

Nächste Herausforderung: die zu nehmende Strasse in die Alpen ist baustellenbedingt gesperrt. Die Umleitung führt über die Autobahn. Also keine Alternative. Irgendwie erklärt uns einer der Bauarbeiter wie wir fahren müssen und als wir uns auf den Weg machen kommt uns Team Danex entgegen. Wir winken zum Stoppen und die beiden entscheiden sich sich erstmal an uns dran zu hängen und mit uns einen Weg um die Baustelle ohne Autobahn zu suchen. Über eine schmale Anliegerstrasse fahren wir parallel zur Autobahn und bei einem zufälligem Halt beim örtlichen Nissanhändler auf eben dieser Strasse (Team Danex brauchte einen neuen Tankdeckel) holten uns auch noch die Organisatoren der Rallye samt Unterstützung ein. Kurzer Schnack am Wegesrand, der Hinweis das alles tutti ist und schon ging es weiter.

Die Landschaft durch die wir fahren ist phänomenal: gigantische Berge in der Ferne, noch nebelige Seen links und rechts, Wasserfälle, Schafe, Kühe, Holzhäuser und enge Gassen. Die Schweiz hat alles gegeben um unsere Vorurteilskiste zu bestätigen. Was gar nicht schlimm ist. Die Strassen bocken richtig schlimm, es ist eine wahre Freude da lang zu fahren. Richtung Alpen.

So richtig hatten wir uns im Vorfeld nicht wirklich Gedanken über diesen Teil der Rallye gemacht. Über Balkan und sein Klima und die entsprechenden Notwendigkeiten haben wir nachgedacht, auch über die Strassenbedingungen. Das da ein paar Hügel im Weg sein werden und das diese, wenn man nur Landstrassen fahren darf, oben rum gequert werden hatten wir nicht wirklich auf dem Schirm. Um so herausfordernder war dieser Tag: gequert wurde über den Grimselpass (2164m) und den Furkapass (2431m). Das Roadbook wollte weiter über den Gotthard und als eventuellen Zusatz das Stilfserjoch.

Da bereits die ersten beiden Pässe uns und vor allem den Volvo an Belastungsgrenzen führten (im zweiten Gang bei Vollgas die Pässe hoch, in den Spitzkehren setzen wir teilweise mit dem Hintern auf wenn wir sie mit Schwung nehmen, ohne Schwung schaffen wir sie nicht, und Berg runter drückt die Motorbremse ohne Ende Hitze und belastet Kupplung und Getriebe und trotz Intervallbremsen laufen uns die Bremsen mehrfach so heiss das wir unbeabsichtigte Pausen auf den Abfahrten einlegen müssen, zweimal sogar ohne Bremswirkung dumm aus der Wäsche ggucken, aber Glück haben) entscheiden wir uns nicht über den Gotthard zu fahren sondern den direkten Weg Richtung Ziel zu nehmen. Das bedeutet das wir, und hier zeigt sich wie wenig wir uns mit der Gegend beschäftigt haben, über den Oberalppass (2048m) nehmen müssen um im Anschluss noch über den Flüelapass (2383m) zu fahren. Der dann noch folgende Reschenpass ist mit 1394m da kaum noch zu erwähnen. Im Klartext: um den Gotthard (2107m) zu vermeiden nehmen wir zwei gleich- bzw. höhere Pässe aus Schusseligkeit. Belohnt wurde das mit beeindruckenden Panoramen und Aussichten. So wurde aus dem Drei- bis optional Vier-Pass-Tag ein stabiler Fünf-Pass-Tag. Team Danex startete auf dem Flüelapass auch ihre Drohne und machte eine schöne Fahrsequenz die auf ihrer Facebook- und Instagramseite zu sehen ist (Verlinkung folgt, sie sind aber zu finden).

Die Strecke war jeden Kilometer wert, auch die zusätzlichen Kilometer, nicht ein Stückchen Strasse war enttäuschend. Es war nur übelst anstrengend und hat unser Material ziemlich stark gefordert. Und somit ist eines sicher: der European Mountain Summit im September wird mit einem anderem Auto gefahren. Unser Volvo 745, Baujahr 1989 darf sich darauf freuen ein waschechtes Rallyeauto und Teammitglied zu werden. Diese Tortur muten wir dem 145 nicht noch einmal zu auch wenn wir ziemlich stolz auf die abgelieferte Leistung sind.

Am Fusse des Flüelapass brauchten wir Stärkung und kehrten ein – es gan recht gute Schnitzel zu ultraguten Preisen, 75€ für ein Schnitzel mit Pommes, ein Vorson Bleu mit Pommes, eine Cola und ein alkoholfreies Weizen stehen in guter Konkurrenz zu 60€ für zwei Pizzen und zwei Colas in Helsinki beim BSC2016. Aber es war nötig für den restlichen Weg.

Geschlafen haben wir auf einem Campingplatz an der Inn bei Pratz, kein schöner Platz, kaum richtige Wiese und sehr eng. Wir entschieden uns auch angesichts der fortgeschrittenen Zeit für eine Nacht im Auto. Mittlerweile wissen wir was wir für Belüftung und ein gutes Schlafklima tun müssen, glücklich werden wir damit wahrscheinlich trotzdem nicht mehr. Jede Bewegung lässt das Auto stark schaukeln und zu zweit ist es doch stark beengt. Wir werden in Zukunft auch weiterhin das Zelt bevorzugen, zur Not tut es aber auch das Auto.

Auf dem Campingplatz selber waren noch diverse andere Teams, so dass wir uns ein wenig austauschten und gemeinsam die Strecken planten und diskutierten. Es ging jedoch für die meisten auch recht früh ins Bett. Mit Team Danex verabredeten wir eine gemeinsame Strecke für den Folgetag und gemeinsame Abfahrt.

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