European Mountain Summit – Tag 1

Vom Chiemgau über das Timmelsjoch und das Stilfser Joch nach Sondalo

Gefahrene Kilometer: 407

Getankt: kein Mal

Fahrtzeit: 8:30

Höchster Punkt 2764m

Nachdem Hinne und ich gestern bereits ins Chiemgau angereist und auf einem kleinem, nettem Campingplatz übernachtet hatten trudelten wir heute morgen am Start des Mountain Summit und der European 5000 bei Aschau ein. Dort frühstückten wir rallygemäß Knieschnitten mit Leberwurst und ordentlichen Kaffee – um danach vom Superlative Adventure Club noch mit Snacks on top versorgt zu werden.

Check-In, Roadbooksichtung und Meet’n’Greet ging flott über die Bühne. Mit dem Roadbook in der Hand planten wir im Prinzip die Strecken der ganzen Tour, es handelt sich aber ja auch nur um vier Tage. Für den heutigen Tag gab das Roadbook die Autobahnen frei, wir entschieden uns aber dagegen. Autobahn fahren wir jeden Tag, auf den Landstrassen liegt der Fahrspass und das Abenteuer.

Und so ging es dank günstigem Parkplatz früh über die Startlinie, die Startnummern spielten dafür keine Rolle. Der Volvo 740 schnurrte gemächlich dahin, ein Beschleunigungswunder und Kurvenräuber ist er ja weiss Gott nicht. Eingerichtet hatten wir uns schnell, auch in unserer Kommunikation. Der Groove stimmt, die Wechselintervalle beim Fahren auch und auch bei der gegenseitigen Fürsorge in Bezug auf diverse grundständige Bedürftigkeiten stimmt. Es lief gut.

Die Fahrt Richtung Timmelsjoch eher unspektakulär und flüssig, lediglich Insbruck stehen wir im Stau. die Berge ziehen aus der Ferne immer näher. Und kündigen an was kommen wird: Mountains, Digger. Mountains. Und noch mehr Mountains.

Das Timmelsjoch bin ich bereits auf der 20Nations gefahren, also sass Hinne am Steuer und lenkt unser Schlachtschiff den Berg hinauf. Unter Last auf Benzin, beim Gasbetrieb ist die Wärmeableitung schlechter, da gehen wir kein Risiko ein.

Nach dem Timmelsjoch geht es gemütlich über Meran durch Tirol, Zeit zum verweilen haben wir nicht also besteht das Essen auch nur aus Snacks während der Fahrt. Immerhin wollen wir noch den Stelvio, das Stilfser Joch, bei Tageslicht rauf und wieder runter. Irgendwo zwischendurch begegneten uns diverse Almabtriebe mit geschmückten Kühen und letztendlich durften wir an einer gesperrten Kreuzung auch lustigem Peitschenknallen zuschauen. Alles nur kurz und nicht aufhaltend, aber unterhaltsam und schönes Lokalkolorit.

Unterwegs taucht eine Macke beim Volvo auf: wenn er kurz ausgemacht und dann wieder angemacht wird, zum Beispiel bei kurzen Fotostops, geht er danach zwar an – bleibt das aber nicht. Die Lösung ist simpel: wir haben zwei Schlüssel bei und machen das Auto einfach nicht aus und schliessen es trotzdem ab. Nicht oberoptimal, aber okay und machbar.

Kurz vorm Stelvio tauschen wir nochmal, den Pass möchte ich gerne fahren. Während das Timmelsjoch breite, gut ausgebaute und abgesicherte Strassen hat ist der Stelvio deutlicher rougher und ursprünglicher, teilweise nur anderthalb Autos breit, viel kurviger und unübersichtlicher. Deutlich engere Haarnadelkurven. Und richtig raube Berglandschaft ringsum. Felsen in denen man riesige Verwerfungen der Gesteinsschichten sehen kann, tolle Bergspitzen die sich in den Himmel recken. Unglaublich beeindruckend, unglaublich zufriedenstellend zu fahren. Während der Abfahrt machen wir sicherheitshalber einen Bremsabkühlungsstop, und währenddessen sinkt die Sonne in Rekordtempo. Bevor wir den Fuss erreicht haben ist es dunkel. Der letzte Teil vor Bormio führt durch eine Vielzahl beleuchteter Lawinentunnel um schließlich in den Ort zu münden. Ab Bormio fahren wir Richtung Süden, in Sondalo soll es einen Campingplatz geben, der einzige in der Gegend.

Dieser liegt direkt neben einem Volksfest mit Ufta-Ufta-Livemusik, es ist feucht (wofür niemand was kann, toll ist es trotzdem nicht) und ist nicht besetzt. Es gibt saubere sanitäre Einrichtungen, aber die Duschen brauchen Marken, die man an der nicht besetzten Rezeption kaufen kann.

In Ermangelung besserer Alternativen, und weil es dunkel und inzwischen 21 Uhr ist schlagen wir unser Zelt auf, kochen Nudeln mit Sosse und hauen uns dann ins Bett.

Morgen geht es früh los, um Zeit für eine Mittagspause zu haben wollen wir um sieben starten.

Kleines persönliches Highlight: mit dem Volvo 145 müssen wir ja so alle 350km tanken. Das hat uns bei Menschen mit denen wir öfter fahren oder bereits längere Strecken fahren einen gewissen Ruf eingebracht. Wir haben heute nicht ein einziges Mal getankt. NICHT EINMAL!

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