Tag 4 – Arvidsjaur bis Å i Lofoten

Gefahrene Kilometer: 374

Getankt: 54l

Gefahrene Zeit: 9,5

Der Tag startet für Rallyeverhältnisse spät und entspannt. Irgendwas um sieben rum fallen wir aus dem Bett, machen so notwendigen Morgenkram, kochen Kaffee, räumen unsere Hütte auf, packen Karin voll und machen uns in einem warmen Auto auf den Weg. Denn: diese Motorvorwärmung-dies-das-Geschichte hat hervorragend funktioniert. Der Motor ist wärmer als er es die letzten Tage jemals auf der Strecke wurde, der Innenraum ist angenehm warm und die Scheiben sind eisfrei.

Und so starten wir mit Knieschnitten und strahlendem Sonnenschein in den Tag. Camp Gielas, unser Übernachtungsspot ist auf jeden Fall zu empfehlen!

Von Arvidsjaur fahren wir immer weiter Richtung Nordwesten über die 95 Richtung norwegische Grenze. Dabei fahren wir durchgehend über geschlossene Eisdecken und durch Landschaften mit blütenweissem Schnee links und rechts. Genau das wollten wir. Immer noch beeindruckend: das Fahrverhalten von einem Auto mit Spikes. Natürlich merkt man an Lenkungenauigkeiten und Spuruntreue dauerhaft den rutschigen Untergrund, aber es das hat eher was von sehr nasser Fahrbahn mit Laub. Man kann ohne Stress um die 100km/h fahren, gut durch Kurven kommen und auch okay bremsen.

Die Strasse zieht sich immer weiter in die Berge, die völlig von Schnee bedeckt sind. Zwischenzeitlich ist außer weiß in diversen Schattierung en keine andere Farbe außer Karins silberblau mehr zu sehen.

Wir passieren die Grenze nach Norwegen, vor allem daran zu erkennen dass die Orientierungsstangen für die Schneefräsen von rot auf gelb wechseln. Sehr zügig wird die Strasse aber kurviger, die Berge rauher und voller Felsen sowie gefrorener Wasserfälle. Links von uns öffnet sich das Land mit Flüssen und Seen. So sehr Norwegen und genau die Landschaft in die ich mich beim BSC2016 verliebt habe.

Wir nähern uns Bodø, einer Industrie- und Hafenstadt, umso näher wir kommen umso unschöner wird es. Da können die riesigen Berge linker Hand auf der anderen Seite des Fjords die Zivilisation nicht kaschieren oder davon ablenken – auch wenn sie phänomenal sind.

Sehr frühzeitig sind wir am Hafen, treffen dort auf das Team Raclettestübli aus der Schweiz und halten kurzen Rallyeschnack bis heftiger Regen uns in die Autos schickt. Bis zur Abfahrt bleibt noch Zeit, diese nutzen wir für eine Vorsortierung von Bildern, Videos und etwas Blogbeitragvorbereitung.

Die Fähre startete rechtzeitig, im Prinzip nur beladen mit LKW und Rallyeteilnehmenden. Bereits beim Ablegen kündigte der Kapitän an, das wir ein Unwettergebiet umfahren werden und deswegen ca. 30 minuten länger brauchen werden. Kaum aus dem Hafen trafen wir auf raue See mit bis zu sechs Meter hohen Wellen. Nach der sehr leidvollen Erfahrung 2016 sparte ich mir die sehr guten HotDogs an Bord und war mit Reisetabletten intus vorbereitet – um trotz rauher See gar keine Probleme zu haben. Bisschen Internetgedaddel, bisschen Rallyeschnack mit anderen Teams und ein kleines Nickerchen und schon waren wir auf den Lofoten. Das Anlegen schien wegen superstarker Windböen noch einmal eine Herausforderung, die Fähre brauchte mehrere Anläufe.

Wir hatten uns eine Unterkunft in Å i Lofoten gebucht, dem südlichsten Punkt der Lofoten. Wir haben eine alte Fischerhütte gemietet die auf Stelzen in einer Bucht mit Blick aufs Wasser steht. Blick aufs Wasser vielleicht morgen, momentan ist es stockdunkel. Die Hütte selber ist klein und schnuckelig, nett eingerichtet und hervorragend vorgewärmt. Der Wind pfeift stark ums Haus herum und wackelt und schüttelt es ordentlich durch. Wir vertrauen darauf, dass die Hütte offensichtlich schon lange steht und das Wackeln dynamisches Bauen ist und sie genau deswegen noch steht.

Den Abend beenden wir mit Nudeln und Bolo und freuen uns auf morgen. Auf dem Programm steht Lofoten ganz in Ruhe und danach Strecke machen bis Tromsø.

3 Gedanken zu “Tag 4 – Arvidsjaur bis Å i Lofoten

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