Tag 3 – Åsarna bis Arvidsjaur

Gefahrene Kilometer: 604

Getankt: 48l

Fahrtzeit: 11 Stunden

Der Tag fing nach gestern Abend erwatungsgemäß an: das Frühstück war eine Katastrophe. Anyway. Big Moose Motel, das war….geht so.

Von Åsarna aus ging es für uns immer weiter nach Norden, ständiger Begleiter ab jetzt zumindest links und rechts der Strasse, dort aber meist in schwarz-matschig: Schnee!

Beeindruckend, dass wegen dem dauerhaftem Tauwetter tagsüber und frostigen Temperaturen in der Nacht der ganze Schnee meist von glatten und in der Sonne, wenn sie heute mal rauskam, glänzenden Eispanzern überzogen ist. Ebenso beeindruckend: die gigantischen Haufen Schnee überall, Beweis dafür, dass hier mal vor ein paar Wochen ordentlich Schnee gelegen haben muss.

Karin bereitet ein wenig Probleme. Jetzt sagen die Meisten wahrscheinlich: was wäre eine Rallye ohne Autoprobleme? Karins Probleme sind aber diffizil. Zum einen leuchtet die halbe Tachobeleuchtung sehr eigenwillig, was verkraftbar ist, zum anderen haben heute nach und nach die Wischwasserdüsen von links nach rechts den Geist aufgegeben. Aktuell spritzt es nur noch ganz rechts, ich habe als Beifahrer und Dokumentar beste Sicht. Hinne als Fahrer nicht so sehr🤷‍♀️. Und nein, es ist keine Zugefrorenheit, die das Spritzen verhindert, wahrscheinlich eher Schmöck erster Güte. Noch gehts, eine richtige Idee was wir machen haben wir auch noch nicht.

Tagesaufgabe ist eine Geisterhütte bei Borgvattnet, wir fahren über Östersund dorthin. Die kleine Stichstrasse den Berg rauf ins Dorf ist unser erstes Mal geschlossene Eisdecke, die Winterreifen geben ihr Bestes – so richtig ist das aber nicht gut genug. Auf dem Weg werden wir von unserer ersten Rentierherde aufgehalten, natürlich sind die Kameras nicht rechtzeitig startbereit. Genauso wenig wie bei der Elchkuh mit Jungem. Das Geisterhaus selber ist nicht so gruselig, aber wir sind ja auch tagsüber am Start.

Von Borgvattnet geht es über Hammerdal und Dorotea Richtung Vilhelmina. Hier ist für Morgen vom Rallyeveranstalter die Möglichkeit auf einem Ice Track Youngtimer gone wild zu spielen. Wir diskutieren angesicht des Tauwetters und der Perspektiven für die Fahrt auf die Lofoten unsere Möglichkeiten und entscheiden vor Ort erstmal die Lage zu checken. Nach Besichtigung des Tracks und des Hotels in dem die Party stattfinden soll und wir ein Zimmer reserviert haben wählen wir „Weiterfahren“. In bekanntem Stil: erstmal Durchziehen und dann gucken wo man landet. Zum Glück lässt uns das Hotel das Zimmer ausnahmsweise kostenfrei stornieren.

Bei der Abfahrt fängt es an zu graupeln. Nass von oben, kalt von unten – keine gute Kombi. Also noch schnell Reifenwechsel von Winter auf Spikes. Dazu fragen wir bei SAEvent, dem Veranstalter des Ice Tracks, nach, ob wir seine Halle und seinen Wagenheber nutzen dürfen. Er sieht da kein Problem so lange wir den Quatsch machen und mit einer persönlichen Bestzeit im Reifenwechsel baller ich die Spikereifen an Karin. Hinne verstaut die Reifen direkt wieder und versorgt die SAEvent-Crew zum Dank mit Bier – das eine sehr kurze Halbwertzeit hat. Das Tauschgeschäft für Schweden, auch eine Roadbookaufgabe, kann hier direkt mit erledigt werden.

Reifenwechsel: beste Entscheidung ever! Aus Graupel wird Schnee, aus schwarzen und roten Strassen werden weisse Strassen. Und es wird mit fortschreitender Dunkelheit immer mehr Schnee. Wir feiern das! Genau für den Quatsch sind wir hierher gekommen.

Mit Spikereifen verlangsamt sich unser Fortkommen kaum, 80-100km/h sind bei geschlossener Schnee/Eisdecke überhaupt kein Problem. Und so knallen wir durch ein dunkles Winterwonderland zu unserer Unterkunft, dem Camp Gielas in Arvidsjaur. Von hier starten wir morgen entspannt nach Bodø zur Fähre auf die Lofoten wo wir planmäßig um 20:00 Uhr ankommen sollen. Und wenn alles klappt haben wir da was Nettes zum Übernachten.

Camp Gielas ist auch super. Wir haben eine kleine Hütte mit Küchenzeile. Nach Big Moose verlassen wir uns nicht mehr auf die schwedische Küche und kochen Hinnes Gulasch auf. Karin hängt direkt vor der Tür an Landstrom – nicht wirklich weil es nötig ist sondern eher weil es geht. Und Hinne das ganze Motorvorwärm-Batterielade-Innenraumheizungsgeraffel ja nicht umsonst eingebaut haben soll.

Eine Neuerung wird es morgen auch geben: ich tausche Joggingbuffe gegen Schneeanzug. Auch hier nicht wirklich weil es nötig ist sondern eher weil ich ebenfalls den Quatsch nicht umsonst geholt haben will.

Randnotiz zur musikalischen Videountermalung: Ich weiß. Schlimm. Aber…es geht nicht anders. Wirklich nicht. Ganz im Ernst.

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