Von Vimmerby nach Harge
Zeit: 11:00 Uhr > 18:10 Uhr = 7:10 Stunden
Km: 183
Pausen: 4 h in Astrid Lindgrens Värld, 1 x Pipi, 1 x tanken, 1 x Schleuse m. Pipi
Liter: 25,3 (Literpreis 17,24 SEK/95er)
Reparaturen: Motor muss beim starten etwas überredet werden
Sonnenaufgang Start: 4:07 Uhr (21:41 Uhr Untergang)
Sonnenuntergang Ziel: 21:54 Uhr (4:00Uhr Aufgang)
Temperatur: 17 Grad bis 28 Grad (in der Sonne), bei Ankunft 21 Grad
Wir werden früh wach. Sehr früh. Die Sonne geht kurz nach vier auf und fängt an, unser Zelt zu beleuchten und aufzuwärmen. Gegen acht halten wir es nicht mehr aus und krabbeln ins Freie. Hier ist es noch etwas frisch. Über dem See weht ein kühler Wind direkt in unsere Wagenburg. Nach und nach kommt Leben in eben jene. Wir decken den Frühstückstisch und müssen leider auf Brötchen vom Vortag zurückgreifen bzw. mitgebrachtes Knäckebrot. Wir waren gestern zu spät für eine Bestellung. Dafür gibt es frisch gekochte Eier. Ein guter Ausgleich.

Während wir frühstücken bekommen wir Besuch von einem Entenpärchen. Die kennen den Spaß mit Campern offensichtlich bereits und machen sich in Armesweite entfernt über Haferflocken her. Teilen wollen sie nicht und jagen eine weitere Entendame vom Hof.

Nach und nach beenden alle das Frühstück und wir bauen ganz in Ruhe das Camp ab. Als wir in die Autos steigen, muckt unser Volvo rum. Das Drehen des Startschlüssels wird vom Anlasser nur sehr wiederwillig in Umdrehungen umgewandelt. An der Batterie kann es eigentlich nicht liegen. Der Wagen hing bis kurz vor dem Starten am Strom und somit auch die Starterbatterie am Ladegerät. Trotzdem dreht der Anlasser nur schlapp, der Motor zündet nach einigen bangen Minuten und läuft dann geschmeidig. Das Problem taucht im Laufe des Tages auch nicht mehr auf. Ist also, sollte es noch existieren, ein Problem von Zukunfts-Katrin und Zukunfts-Matthias.

Vom Campingplatz aus fahren wir ca. eine halbe Stunde bis zu Astrid-Lindgrens-Värld. Direkt vorweg gesagt: Hier ist einfach alles verboten, was Spaß macht: Man darf nicht die Burgmauern von Ronja Räubertochter hochklettern, man darf nicht die Hoppetosse kapern und eine Runde über den Teich drehen und andere Kinder schubsen ist auch verboten. Matthias & Hauke fühlen sich herausgefordert:

Der Park ist unglaublich liebevoll angelegt, man kann in einem großen Kreis durch die verschiedenen Welten laufen. Überall sind Open-Air-Bühnen, auf denen Shows zu den jeweiligen Geschichten gespielt werden – natürlich auf Schwedisch. Wenn man sich ein bisschen darauf einlässt und man die Geschichten kennt, funktioniert das trotzdem gut. Ida ist jedenfalls begeistert. Besonders ist, dass die Shows zwar ein offizielles Ende haben, danach die Bühne aber einfach geöffnet wird, alle drauf kommen können und die Schauspiler:innen einfach weiter spielen. Mit den Besucher:innen als Teil des Spiels. Anschließend laufen die Schauspieler:innen durch den Park und interagieren mit den Menschen. Es gibt richtig viel zu entdecken. Ein klassischer Vergnügungspark ist das allerdings nicht. Eher ein Geschichtspark und Spieleparadies.

Nach ein paar Stunden im Park düsen wir weiter und erleben ein Novum. Während der Volvo und der BMW ca. alle 350 km an der Tanke stehen, hat die VW-Crew bisher nur interessiert zugeschaut. Jetzt ist es soweit: Der VW muss tanken. Da er sich natürlich nicht an den Rhythmus von BMW und Volvo hält, tanken wir außer der Reihe trotzdem voll. Leider nur 95 Oktan. Ein leidliches Problem in Schweden. Eigentlich bräuchten BMW und Volvo 98 Oktan aufwärts. So klingeln unsere Motoren halt ein bisschen.

Eigentlich war heute keine Aufgabe vorgesehen. Team Flensburg hat trotzdem eine gestellt: Wir müssen die Borenshuld-Schleuse des Göta-Kanals ansteuern. Das aus fünf Schleusenkammern bestehende beeindruckende Bauwerk verbindet die 15 Meter Höhenunterschied zwischen Kanal und dem See Boren. Hier gilt es, drei Schätzaufgaben zu beantworten: Füllmenge einer Schleusenkammer, wieviele Soldaten den Göta-Kanal im frühen 19. Jahrhundert meistens von Hand gebuddelt haben und wie hoch die Gesamtschleusung ist. Team Volvo ist zweimal am nàchsten dran; Frage 3 teilen sich die beiden Oldies und beantworten die Höhe ziemlich korrekt.

Ab dort fahren wir noch eine halbe Stunde. Insgesamt sind die Fahrtetappen heute eher langweilig. Gut ausgebaute, gerade Asphaltstrecken, wenig Spektakuläres links und rechts. Wir kommen recht früh am Campingplatz an und haben unsere Wagenburg ruckzuck aufgebaut. Mittlerweile haben wir eine gute Routine, das läuft. Sehr schnell stehen Töpfe auf den Kochern und wir können schnell mitgebrachte Bollo essen und den Tag ausklingen lassen.
