Tag 11 – von Savonlinna bis Helsinki

Gefahrene Kilometer: 430

Getankt: 0l

Gefahrene Zeit: 7 Stunden

Frühstück. In Finnland. In Hotels. Das ist jetzt ganz offensichtlich nicht so das Ding hier. Keine Ahnung warum aber selbst Franchise-Günstig-Hotelketten würden sich in Deutschland für dieses „Angebot“ schämen. Das der Kaffee dann noch bis zum Abend Sodbrennen verursacht hat ist ein deutliches „Ja“ für Knieschnitten und unseren eigenen frisch gemahlenen Kaffee morgen früh.

Egal. Heute stand nicht mehr viel auf unserer WannaDo-Liste weswegen wir uns morgens überlegten, wie wir den Tag verbringen wollen. Da Savonlinna quasi mitten in der finnischen Seenlandschaft liegt und somit einen guten Ausgangspunkt für eine Fahrt abseits der schnellen Strassen bot entschieden wir uns für die landschaftlich reizvolle und durchschnittsgeschwindigkeitsenkende Streckenführung. In unserem Livetracking sieht der heutige Tag aus als wären wir besoffen über die Landkarte geeiert und hätten uns nicht entscheiden können ob wir Richtung Russland oder Richtung Küste wollen. Eine genaue Routenkonstruktion ist mir ad hoc nicht möglich, ein ganzer Haufen der gefahrenen Strassen hatte auch keine wirklichen Bezeichnungen.

Auf kleinen bis sehr kleinen Strassen, im Sommer reine Schotterpisten schlängelten wir uns um die Seen und genossen die wechselnden Wälder, zugefrorenen Seen mit Schilfbüschen im endlosen Weiß und mittlerweile auch hier und da herausblitzenden Felsen. Fahrerisch ein Genuss – und eine Herausforderung. Trotz Spikes hatten wir unsere erste wirkliche Schrecksekunde als beim Abbiegen unter dem Schnee das Eis so glatt wurde das der Wagen trotz ratterndem ABS voll über die Vorderachse schob und immer weiter auf die Verkehrsinsel mit mehreren Schildern rutschte. Im letzten Moment hatten wir wieder Grip und konnten uns der Situation im wahrsten Sinne des Wortes entziehen. Danach gingen wir es etwas vorsichtiger an, wahrscheinlich vermittelten die mehrere tausend zurückgelegten Kilometer mit Spikes auf fast durchgehendem Eis eine trügerische Sicherheit. Und, auch das haben wir gelernt: Eis ist nicht gleich Eis. Mal ist es wie trocken und spröde und es lässt sich im Prinzip wie auf Asphalt darauf fahren, mal ist es eine spiegelglatte Oberfläche auf der nichts hält. Letztere, so unsere Vermutung, durch ständiges Auftauen und Gefrieren. Der Fluch der seit Tagen fast durchgehend scheinenden Sonne, die obwohl sie nicht viele Stunden hat doch spürbar kraftvoll ist.

Trotz kraftvoller Sonne liegt die Temperatur immer nich deutlich unter Null, wir hatten heute irgendwas zwischen Minus 8 und 15 Grad. Da die Luft aber sehr trocken ist und nicht sehr viel Wind weht fühlt es sich nicht richtig kalt an. Ich habe inzwischen wieder auf lange Unterhose und Joggingbuffe gewechselt, Hinne zieht das mit dem Schneeanzug „eiskalt“ durch.

Über die durchquerte Landschaft gibt es nicht viel zu sagen: Birken, Nadelbäume, Seen und Hügel. Mittlerweile dichter besiedelt, umso näher wir der Ostseeküste kommen, umso mehr Menschen, Autos und Zivilisation ist um uns. Das dies hier der Rückweg ist ist deutlich spürbar.

Gegen 17:00 Uhr erreichen wir den Großraum Helsinki. Großstadt. Wie alle Großstädte. Wir fahren zu unserem AirBnB, müssen anschließend das immer nur oberflächlich aufgeräumte Auto mal ordentlich neu packen um an die Winterräder zu kommen. Denn bevor wir morgen auf die Fähre fahren müssen wir die Spikereifen runterschrauben und die normalen Winterreifen wieder aufschrauben. Spikereifen sind in Deutschland verboten, das Erlischen der allgemeinen Betriebserlaubnis sowie der Verlust des Versicherungsschutzes droht. Das wollen wir Karin natürlich nicht antun. Danach kochen wir die Reste aus der Vorratskiste auf, im Prinzip kommen wir bis auf wenige Dinge leer nach Hause.

Morgen heisst es dann Reifenwechseln und, wenn nich ein bisschen Zeit ist, einen Kaffee irgendwo in Helsinki trinken. Anschließend verschwinden wir für 30 Stunden auf der Fähre Helsinki-Travemünde und trudeln Donnerstag am späten Abend in Hamburg ein.

By the way: die Videos der Tage Acht, Neun und Zehn sind hoch hochgeladen.

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